WALTER'S LETZTER FLUG (nach allen Informationen von Christoph Weber)

Walter ist am Donnerstag, den 25. Juli mit seiner DG-800B D-KLMT um ca. 13:00 von L'Aquila in Italien gestartet.
Das Wetter war noch gut, wenn auch sehr labil.
Spätestens ab 15:00 zeigten sich starke Überentwicklung, weit verbreitete Schauer und CBs an vielen Stellen.
Walter war mit Werner Haas, ebenfalls in einer DG-800B, zu dieser Zeit unterwegs. Sie flogen an der Bergkette westlich von L'Aquila mehrmals auf und ab.
Um 16:00 waren beide bei Celano. Dort befindet sich ein kleiner Landeplatz, der auf fast keiner Karte zu finden ist.
Werner kam dort tiefer an als Walter und funkte ihn an, dass er dort landen werde, da er keine Möglichkeit sah, bei dieser Wettersituation nach L'Aquila zurückzufliegen.
Walter antwortete auf den Funkspruch, dass er mit seiner Höhe noch schauen wollte, ob es eine Lücke gibt, um den Gebirgszug, der ihn von L'Aquila trennte, zu überqueren.
Das waren die letzten Worte, die von Walter gehört wurden (es gab übrigens keinen letzten Funkspruch an Walter's Frau Ruth, wie bislang fälschlicherweise verbreitet wurde).
Nachdem Walter nicht mehr nach Hause kam, wurden von der Flugleitung von L'Aquila sämtliche umliegende Polizeidienststellen und SAR informiert, die sich auf die Suche machten. Auch ein privater Hubschrauber beteiligte sich daran.
Schließlich kam eine Information aus der Zivilbevölkerung, dass ein "Drachen oder ähnliches Fluggerät" gesehen worden war, der an einem Berghang niedergegangen war.
Diesem Hinweis gingen die Rettungskräfte der Carabinieri um ca. 22:00 nach und erreichten nur mit Hilfe von 4-Radantrieb und Fußmarsch die Absturzstelle in unwegigem Berggebiet.
Mir wurde von den Behörden folgende Situation übermittelt:
Der Motor der DG war nicht ausgefahren.
Obwohl die Beschädigungen des Wracks auf einen Aufprall in flachem Winkel deutete, war anhand der Spuren keine Vorwärtsfahrt des Flugzeuges zu erkennen, ein Indiz, dass das Flugzeug flach von oben aufgeschlagen ist.
Es wird vermutet, dass Walter hier in zu starke Leeturbulenzen geriet, eventuell gekoppelt mit starken Schauern.

Die Carabinieri machten keine genauen Aussagen über den Ort des Absturzes, sie ließen auch einen Besuch der Absturzstelle nicht zu, da das Wrack noch nicht freigegeben worden ist. Ich konnte deshalb auch nicht den Logger bergen, der nach Aussagen der Carabinieri kaputt gegangen ist und deshalb noch nicht geborgen wurde.
Die Höhe der Absturzstelle wurde mit 1200 m MSL angegeben, der nächstgelegenste Ort mit Castel-Vecchio.
Die Obduktion der Leiche ergab als Todesursache: Polytrauma (also kein Herzinfarkt oder ähnliches), er war wohl sofort tot.

Die Überführung des Leichnams soll am Donnerstag (1.August) geschehen, wobei er nach Frankfurt geflogen wird und dort nochmals gerichtsmedizinisch untersucht wird.

Die Urnenbeisetzung findet VORAUSSICHTLICH am Freitag, den 16. August statt. Näheres wird aber noch rechtzeitig bekannt gegeben.