Dieses Jahr wollten wir die ersten sein. Fliegen, bevor die Saison zuhause beginnt. So entschlossen wir, das sind Reinhard, Franz, Marco und Christian, Anfang März für eine Woche nach Serres in Südfrankreich zu fahren. Ein bisschen skeptisch waren wir vielleicht schon ein bisschen, ob denn das Wetter zu so früher Jahreszeit dort unten fliegbar ist. Aber Reinhard, der schon einmal um diese Zeit in Serres war, beruhigte uns.
Und er sollte recht behalten. Uns wurde eine unvergessliche Woche beschert. Alle konnten in diesen wenigen Tagen unvergesslich schöne Flüge erleben, viel zur Fliegerei dazulernen und nette Menschen kennenlernen. Zwei dieser 7 Tage waren nicht fliegbar, konnten sie aber perfekt in Skifahren am Pic de Bure und zum Faulenzen umsetzen. Der Gaudifaktor lag durchgehend bei 100%, was will man mehr. Für Franz, Marco und Christian wurde auf jeden Fall klar: Das war nicht das letzte Mal in Serres!

Bleibt nur noch ein Dankeschön an unsere Vereinskameraden für's "Flugzeug-hergeben" und "sich-mit-uns-freuen", besonders auch an Toni Liedl für die technische Unterstützung. Ein großes Dankeschön an Franz Bayerschmidt, der uns seinen Anhänger zur Verfügung gestellt hat. Franz, Du bist unser Held!

Danke auch an Klaus Ohlmann, Sidonie, Anne-Cécile, Adalbert und Gundolf für diese wunderschöne Zeit!

Nun aber viel Spaß mit den Bildern, die Ihr übrigens durch Anklicken als Vollbild betrachten könnt (dabei empfiehlt sich mal wieder die berühmte Taste F11 auf Eurer Tastatur). Bei langsameren Modems mag es vorkommen, daß sich einige Bilder nicht vollständig anzeigen lassen. Einfach nochmal auf "Aktualisieren" (oben) klicken und damit den Rest hochladen. Aufgrund der diesmal höheren Datenmenge (42 Fotos) ist dieser Bericht deshalb in zwei Teile unterteilt.

Ca. 900 Kilometer gefahren entstand dieses Foto etwa 10 Kilometer von Serres entfernt. Es regnete, die Wolken hingen tief, die Vögel gingen zu Fuß und es war kalt. Ich hegte den Gedanken, daß es eine Schnapsidee war, zu dieser Jahreszeit für eine Woche zum Fliegen zu fahren. Suuuper! Ich bereute schon, meine Gummistiefel nicht mitgenommen zu haben.

 

Aber wer hätte beim Anblick dieses Fotos gedacht, daß wir am nächsten Morgen...

... so ein Wetter vorfinden würden??

Dies ist der Blick von unserem Chalet auf den Platz. Im Hintergrund der große Arambre (links) und der kleine Arambre (rechts). Sozusagen die beiden "Haushänge" von Serres.

Den Flugplatz Serres erreicht man übrigens über den mit Abstand verrücktesten Verkehrskreisel Europas (sollte jemand ein Foto eines noch verrückteren haben, bitte schicken!). Wie man sich durch diesen Verkehrskreisel wurschtelt ist auf der Website der Geitauer (www.lsc-schliersee.de) perfekt geschildert.
Schließlich erreicht man den Flugplatz. Links im Bild die Chalets mit dem Bürogebäude und dem derzeit noch zu kalten Swimmingpool. Die Start- und Landebahn erkennt man hier an der etwas dunkleren Färbung, sie verläuft von links unten im Bild nach rechts.
Unser Chalet "Nummer 3". Eignete sich perfekt zum Sonnenbaden und wir hatten einen guten Ausblick auf den Flugbetrieb.
Einstimmen auf ersten Flugtag. Reinhard war schon mal in Serres und hat uns ein bisschen gebrieft.
Marco's Freundin Micha hatte uns ihr Laptop geliehen, damit wir unsere Loggerdateien und Fotos von der Digitalkamera laden konnten. Leider gab's einige Softwareprobleme mit dem StrePla, die wir aber dank nachbarschaftlicher Hilfe der Geitauer Segelflieger und Christian Ossman lösen konnten.
Während Marco mit dem Laptop kämpfte, überraschte Reinhard mal wieder mit einem seiner zahllosen Talente. Daß er Weltmeister im Witzeerzählen ist, ist mittlerweile allen bekannt. Daß wir in Serres aber auch einen Meisterkoch unter uns hatten, das erfreute gar mächtig unsere Gaumen! Deshalb bekommt er hiermit den offiziellen, goldenen Traunsteiner Kochlöffel verliehen, und das mehr als verdient!!
Franz, der hier gerade über der Karte grübelt, verdient auch eine Auszeichnung. Er riß sich förmlich ums Abspülen, was für den Rest von uns eine völlig neue Erfahrung war. Da sollte es mal einer wagen, auch nur eine kleine Kaffeetasse zu spülen... "Geh weg da, des is mei Job!"
Ob soviel Engagement verdient Franz die goldene Spülbürste!
Am ersten Tag beim Aufbauen, hier die LS-7 von Franz. Man beachte das Wettbewerbskennzeichen, welches Christian beim Rangieren mit dem Discus zu folgender Bemerkung hinreißen lies: "Geh Franz, schiab amoi dei Hofbräuhaus auf'd Seit'n". Womit dieser Vogel fortan seinen Namen weghatte.
Unser Discus sieht erstmals französischen Boden.
Startaufreihung auf der Piste "Nord". Anders als wir es von Unterwössen oder Fuentemilanos gewöhnt sind, wird hier in Zweierreihen gestartet. Gezogen wird man von zwei Moranes.
Der Blick nach Norden zeigt hier im Hintergrund den Aspres, an dem man bei passender Windrichtung richtig am Hang "surfen" kann.
Kleiner Schwenk nach rechts, Franz' "Hofbräuhaus" vor unserem Discus. Im Hintergrund kann man den schneebedeckten Pic de Bure erkennen, der sich uns am zweiten Tag unseres Aufenthaltes aufgrund nicht fliegbaren Wetters als hervorragendes Skigebiet präsentierte.
Ratlosigkeit. Starten oder nicht starten, das ist hier die Frage. Klaus Ohlmann (Mitte) und der Rest beobachtete die Anstrengungen eines optimistischen Kameraden, sich in der noch schwachen Blauthermik oben zu halten.
Nun, die Zeit konnten wir auch damit verbringen, Klaus beim Aufbauen seines Kalifen zu helfen.
Und fertig. Den Kalifen haben die ein oder anderen vielleicht schon in der N-TV Reportage über Serres gesehen.
Na gut, also dann doch starten. Marco macht sich fertig.
Franz ist fertig angeschnallt und für einen geführten Flug hinter Klaus Ohlmann bereit.
Ja, noch lacht er auf dem Bild, nicht wissend, was er vor sich hat. Denn dieser geführte Flug bedeutet, daß man sich nicht unendlich lang in Thermik schwindlig fliegen wird, sondern Strecke in kurzer Zeit ist das was zählt. Was damit nicht unbedingt zu Höhenflügen führt, sondern - so wie wir es erlebt haben - zu Flugwegen unterhalb Gipfel- oder Grathöhe. Der Lerneffekt ist dabei ungemein, nach dem Motto: Mit 3000 Metern unter dem Hintern kann jeder fliegen.
Franz' erster Kommentar nach der Landung: "Hagodzack, mei war des grimmig."
Nachdem seine "Schöler" schon in der Luft sind, macht sich auch Klaus startbereit. Anders als erwartet, flog er nicht mit dem Kalifen, sondern mit dieser LS-4. Der Kalif ist laut seiner Aussage eine recht "fette Qualle" und bei schwachen Aufwinden ist eine LS-4 doch ein bisschen beruhigender.
Marco rollt zum F-Schlepp an. Während Klaus mit seinem Kurs auf dem "Parcours" unterwegs ist, toben sich die anderen in der Gegend aus.
und hier geht's weiter, mit den Flugbildern