| ©2008 Fliegergruppe Traunstein |
|
|
Beim Verkehrt-rum Fliegen kannste was erleben!!! Wenn man lernen muss, dann hat man natürlich alles andere zu tun! Kennt sicher jeder. Abgespült, aufgeräumt ist schon...da brauchte ich etwas neues. Die war nach Fotos anschauen gleich gefundenà selber mal was schreiben, speziell nach den Berichten zum Nachdenken, soll dieser etwas lockeres für zwischendurch sein!! Um was gehts? Um das Verkehrt´rum-Dreieck vom 9.5.2008. Die meisten von euch sind ja des Bayrischen mächtig: so habe ich Gedanken in Umgangssprache gehalten. So wie es halt auch war. Dann fang ich doch mal ganz von vorn an: Um 6 Uhr in der Früh stand das erste Vereinsmitglied (ich möchte keine Namen nennen, aber sicher weiß jeder wer gemeint ist ;-) in der Halle und der Flieger stand dann folglich um 6.15Uhr am F-Schlepp. Und da hab ich mich letzte Saison noch darüber aufgeregt als um 7.30Uhr die zweite Startreihe schon voll war?!
Der erste gute Tag der Saison stand ins Haus, juhu, aber was machen? Am Tag davor ist Martin in St Johan gesessen und war abends gar nicht so begeistert von dem Tag. Wieso dann den FAI-Stress antun wenn ich eh bloß bis Ende Mai zum Fliegen Zeit habe. Meisterschaftstechnisch mitmischen zu können abgehakt, hab ich mir ein Nordseitenjojo einreden lassen.
Dies Jojo hat sich aber während des zeitraubenden Ranbastelns an den Westabflug gleich als schlecht machbar herausgestellt. In diesem Moment kam dann schon der Gedanke mit den andern Standard - FAI zu fliegen: Nee, Gasteinertal viel zu stressig und außerdem hab ich letzte Saison nur einmal den Westabflug gemacht. Ah geh, FAIs werd i noch so vui fliagn. Schau ma moi wias im Westn ausschaut und wenn, dann konn i imma no verkehrt´rum fliagn. Außerdem mog i heid für mi fliagn: Funk aus und auf geht´s wuhu! Nach einigen Versuchen hat mich die Hochplatte leider nicht mal auf 2200m gebracht, aber mit Hoffung auf Hochries bin ich dann letztendlich doch abgeflogen. Dort angekommen waren einzelne kleine Flunseln, welche dann auch gingen. Surprise!! In der Zeit die ich die ich vermeintlich in Unterwössen liegen gelassen hab, hat aber das Karwendel die ersten Wolkenansätze gebildet. Erst zum Zeitpunkt der Inntalquerung, waren dann kleine Wolken am Himmel. Mit 2350m an der Hochries abgeflogen, bin ich dann unter Grad auch gut wieder hochgekommen. Steigen war relativ gut, aber nicht einfach zu finden und rund auch noch nicht so ganz. Deshalb nicht viel Zeit beim Kurbeln verlieren und mehr geradeaus. Hilft ja nix ;-)
Heading west (schönen Gruß Cathleen)Lief so auch relativ gut bis zum Venetberg. Ab Eingang Engadin war es schwieriger. Die Steigwerte waren nicht mehr so gut und die Bärte nicht mehr rund. Die Wolken waren auch nur so kleine Flunseln, welche auch nicht zuverlässig gingen. Ich musste wegen der Schneegrenze relativ weit Talmitte und ständig um die 3000m ohne zuverlässiges Steigen fliegen, brrrr unangenehm. Seit Venetberg hatte ich dann am Piz Nuna das erste Mal wieder über 2m/s (für den angeblichen Hammertag hätte ich mehr erwartet) und rund war der Bart auch noch WOW gutes Gefühl. Und nuu? So wird des nix mit der mega Strecke. Blöd nur das der Wetterbericht für Nachmittag auf der Südseite Überentwicklingen und Schauer angsagt hat. Grrr wär i blos normal gflogn. Hilft ja nix, dann schau i halt trotzdem a moi ins Vintschgau. Des geht scho, da san richtig scheene Wolkn, im Gegensatz zu dem bleeden Engadin hier. Am Piz Nuna mit 3700NN abgeflogen: Boa, stimmt i hab ja heid Erdbeeren dabei. Mmmh. Wo san denn de scho wieder? Blaeh, die sind ja fast gfroren. Brrr mir ist eh so kalt. Notiz an mich: im Frühjahr keine Früchte an der Brodwand lagern! Am Ofenpass vorbei, Richtung Vintschgau musste ich den Wolken ausweichen. Vor der Querung ins Vintschgau hab ich dann einen Angstkreis direkt unter der Basis gemacht, total sinnlos. Aber dort 3200m war dann schon was Neues für mich. Jetzt beginnt der interessante Teil des Fluges! Uhu Spannungsbogen aufbauen, na ja ich find die Bilder ganz interessant. Im Vintschgau mit 2900 angekommen, fand ich leider nicht das erhoffte Steigen: total zerrissen und max 1,5m/s am Integrator und dann auch nur auf 3200m ?! Da ist es mir gleich wieder wärmer geworden! Unter Grad ging es weiter. Zwar kam ich direkt über Grad auf 3350m, welche ich wegen den Wolken nicht nützen konnte àmusste die schöne Höhe wieder wegdrücken und den Wolken ausweichen, weswegen ich mehr in Richtung Talmitte orientierte (Bild). Unter den Wolken ging es zuverlässig und immer im Hinterkopf bei Nichtgehen der nächsten Wolke umzudrehen und Richtung Schluderns wieder nach Höhe zu suchen. So dass ich im Falle eines Absaufers genügend Höhe zum Erreichen von Schluderns habe. Nähe Schnallstal hab ich unter der Basis (3150m) noch 2 Kreise Schleuderthermik mitgenommen: ist nämlich von dort gaaanz schön weit bis in die Sarntaler.
Nach dem letzten Steigen Nähe Schnallstal Richtung Sarntaler An den Sarntalern der erste kleine Schneeschauer, neben welchem ich problemlos bis auf gute 2850m gekommen bin. Was dort aber Basis auf Gradhöhe bedeutet uiui. Durch die Sarntaler geschlichen, hab ich den ersten richtig geilen, runden Bart seit Piz Nuna, auf der Nordseite des Sterzinger-Kessels. Yeah!! Endlich wieder Luft unter de Fias!! Schaug o a Fliaga? Sowas hob i ja seitm Nuna nimma gsegn. Hmm, schaut aber scho a weng feucht aus?! Egal, bis Lienz gehts ollerwei. Jetzt wui i a moi Gas geben!! Pustertal ging noch super, trotz wenig Sonne und erster Regentropfen ab Toblach. Mal kurzzeitig so hören wie es den anderen so geht, meldet der Jan Vintschgau mit Basis 3500-3600m und gutes Steigen. Des glaub ich jetzt echt ned!! Jetzt kommt auch noch der große, peinliche Fehler der mich mind. 15min und die Karawanken gekostet hat grrrr! Da ich ja letztes Jahr ins falsche Lesachtal(eins weiter Südlich) geflogen bin: Dieses Mal fliegst richtig! Aber grrr was ist des scho wieder für ein besch... Wetter hier! Oh die 3 Zinnen, mei soo schee.
Wos ist denn des jetzt? Regen, Schnee, Hagel und überhaupt wieso hört des Tal auf??? Ohoh wo ist der Kompass? 120° what the f...? Ned scho wieda, i kriag die Krise!! Wieso muas a imma renga wenn i andersrum fliag, do sig i doch nix!! Der Verflieger ist deutlich auf dem IGC zu erkennen und die Folge erst in 2300m inmitten des richtigen Lesachtales wieder Anschluss gefunden. Pfui. Die Wolken den Karnischen haben nicht gezogen oder ich war einfach zu tief, deshalb hab ich die Talseite gewechselt. Jaja, ich weiß schon... mit PDA wäre mir das nicht passiert! Wieder oben à ab zum Dobratsch. Welcher aber schon total abgeschattet und kurz davor ein Schauer stand. Aber ich wollte doch unbedingt in die Karawanken. Also hab ich die Talseite gewechselt und bin bis zum Dreiländereck weitergeflogen. Dort nach dem Umdrehen die nächste Herausforderung.
Nach der Wende am DreiländereckÜberraschend war, dass ich selber ganz ruhig und gar nicht gestresst war. Es war ja noch früh im Jahr und labil. Ich musste ein ganzes Stück gleiten und hab dann in 1900m an einem Sonnenfleckchen Steigen gefunden und mal gleich 900m gemacht. Puuh. Die letzten Flieger im Gailtal sind alle schon auf dem Weg zur Landung: hatte ja viel Zeit beim Kurbeln das Geschehen um den Flugplatz Nötsch zu beobachten. Solche Luschn. Ich flieg jetzt noch nach Unterwössen, hehe! Des ist ja mal viel interessanter wie vom Engadin heim. Immer alles positiv sehn. Der Grund warum ich mich nicht gleich nach dem Ausgraben auf die Nordseite des Gailtales orientiert habe, sieht man auf dem nächsten Foto:
20min nach dem oberen Bild aufgenommenNeben dem Schauer ging es passabel, welches mir die Höhe zum Queren in die Kreuzeckgruppe gab.
Kurbeln neben dem SchauerÜber der Kreuzeckgruppe, kein Sonnenstrahl mehr, aber dafür
viel Wolke. Da nicht sofort etwas gefunden und Richtung Gasteinertalquerung
die Sonne schön drinstand, wollt ich erst diese Richtung zum Rüberhüpfen probieren. Bei
näherem Betrachten schien mir die Route über Felbertauern sicherer, trotz schlechterer
Wetteroptik. Im Falle eines Absaufers bietet der Flugplatz
Lienz eine sichere Landemöglichkeit und die Chance sich heimschleppen zu lassen. Die
erste Unschlüssigkeit kann man gut auf dem IGC-File erkennen, ganz interessant im
Nachhinein.
Hinter Lienz, ist schon ganz schön frisch dauernd im Dunkeln
Licht am Ende des Tunnels die bringt mich über den Hauptkamm
Und zum Schluss: Verkehrt´rum fliegt man zwar in bekanntem Gelände, aber alles sieht erst mal gaaanz anders aus und zusätzlich ist man noch zu ganz ungewöhnten Uhrzeiten dort. Die Sonne im Rücken, macht auch gleich eine ganz andere Optik. Das Heimfliegen über den Felbertauern, hohes Gelände, ist ebenfalls sehr spannend. Das Wetter war am Vormittag auf der Südseite gut und am Nachmittag/Abend im Vintschgau/Engadin à Wäre ich normal geflogen, hätte ich zwar 700FAI angemeldet ausgelesen, alles gut, alles glatt gelaufen, aber nicht einen sooo geilen Flug gehabt. Fazit Damit gewinnt man keine Wettbewerbe, aber bei so was macht Segelfliegen erst richtig Spaß, ich habe es, werde es auf alle Fälle wieder tun!! Prost! Vielen Dank an den Schneider Manfred, der mir erst alles bewusst gemacht hat!! |